• Das Stichwort heißt Change

    bez"h

    Liebe Leser,

    Ich mag ja Blog.de. Es ist so warm, so freundlich. Auch die vielen hundert Besucher auf meiner Seite mag ich. Es ist auch schön privat und gemütlich und man kann sich, zwar etwas limitiert, aber nichtsdestotrotz bequem einen netten Blog freihalten mit all den netten Lesern und Teilnehmern hier.
    An eine ganze Anzahl Teilnehmer möchte ich ein herzliches Dankeschön sagen für die Glückwünsche zu meinem letzten Geburtstag, dem 18ten, dem vor 2 Wochen.
    Der beste Wunsch, den man mir geben kann zu diesen Geburtstag, ist ein Ratschlag oder ein Stichwort.
    Und dieses Stichwort heißt CHANGE .

    Im wahrsten Sinne des Wortes - ich betreibe einen Wechsel. Einen Blogwechsel nämlich. Ich habe heute zu Wordpress.com gewechselt, nicht nur, weil man dort kostenlos zwei und mehr Blogs besitzen kann, und nicht nur deshalb, weil man dort besser Layouts, eine breitere Audienz bekommt... sondert auch, weil einfach Zeit wurde für Neues. Neue Titel, neue Namen, neue Gedanken und Konzepte. Und dafür muss man ab und zu nunmal auch neue Plattformen eröffnen, auf welchen man das verwirklichen kann.
    Außerdem kann ich dort auf Englisch schreiben und erwarten, dass es auch verstanden und vor allem richtig am Platz ist, was man bei einem deutschsprachigen Blog nicht voraussetzen sollte. In einem deutschen Blog schhreibt man nunmal Deutsch und es ist auch schön so. Bloss bin ich wohl da herausgewachsen.

    Change geht nicht so schnell vonstatten. Insbesondere nicht mit meiner momentanen Belastung. Gerne würde ich euch erzählen, dass hohe jüdische Feiertage auf mich zukommen und worum es sich bei diesen wahrhaft Hohen Feiertagen handelt. Und auch sonst ist mein Leben nicht langweilig. Aber der Tag hat 24 Stunden und noch immer keinen "Schalttag", um ihn etwas zu verlängern; von diesen 24 schlafe ich 5, verbringe ich 2-3 Stunden insgesamt in Bahnen und auf Straßen, 5-6 dann in der Schule, 4-5 bei Terminen und Erledigungen anderer Art und das Übrige geht aufs Konto der Hausarbeiten oder ein wenig Musik oder...ach ich weiß nicht, wohin. Internet habe ich momentan keins zu Hause, auch so ein Verlust.
    Und von den 7 Tagen der Woche ist einer auch noch Shabat, den ich dringend brauche.

    Nicht viel Zeit für's öffentliche Bloggen.

    Aber ich versuche es erneut. Auf wordpress.com, dort werde ich hoffentlich auch mein Bilderprojekt verwirklichen können, die Gestalten und Ideen, die ich dort auf's Papier gebracht habe, sind es wert um ihretwillen, gezeigt zu werden.
    Außerdem freue ich mich, da der Titel endlich mehr dem Inhalt entsprechen wird, voraussichtlich.
    Here it goes:

    http://isrealreflection.wordpress.com
    und... nicht traurig sein...
    http://yemenitedreams.wordpress.com

    Alles noch unbearbeitet.
    Ich freue mich trotzdem drauf und auf alle, die dranbleiben.

    Einen schönen Herbst, bis irgendwann und ... ja...
    genießt jeden Tag...

    Alle guten Segen
    Gruß

    die Yemenity  :) :*

  • Die künstliche Diva

    bez"h

    Sie fixiert. Verschlägt den atem. Ein lebendiges Kunstprojekt. bisweilen wie wildgeworden, aus einem unbekannten Labor der Zukunft entlaufen und jetzt nicht mehr einzufangen.
    Sie präsentiert sich als die Königin der Eitelkeit. Die anerkannte Diva des Extremen. Man liebt sie, oder man hasst sie.
    Ich schaue sie mir in ihren Videoclips an; irgendwo tief im Inneren schleicht sich Abscheu fuer diese Figur ein, während ich ueber ihren makellosen, jede Sekunde zur Schau gestellten Körper staune, mit meinen Augen ihre Bewegungen gierig verschlinge und die Ohren an der Stimme, bis zur Unkenntlichkeit durch Synthesizer perfektioniert, hängen bleiben. Ehrfurcht einflössend und abstossend wirkt sie auf mich, bisweilen unglaublich einnehmend durch ihre scheinbar unbegrenzte Kreativität; und dann wieder erschrecke ich mich bei dem Gedanken, wie sehr sie bei uns Alltag geworden ist und doch aus ihm heraussticht.

    Wider die Natur, wider ihre ganze Welt. Selbst hat sie schon lange nicht nur eine Grenze überschritten, doch bei mir stößt sie an die Grenzen des Annehmbaren. Ich versuche sie zu nehmen, wie sie ist - doch ist nichts, wie es scheint, und immer schrecke ich zu guter Letzt vor ihr zurueck. Fuer viele - ein Sinnbild des Bizarren, Entarteten. Jedoch vielleicht deshalb trägt sie noch etwas Jüdisches an sich - sei es auch nur die Tatsache, dass sie genau das Gegenteil davon darstellt, was uns als jüdisch bekannt und gelehrt wird.
    Es gibt viele, die ihren Lebensweg teilen. Doch nur sie strahlt heraus und macht sich unabdingbar und unfassbar zugleich.

    Dana International, transsexuelle yemenitisch-jüdische Sängerin aus Israel.


    Diva: http://www.youtube.com/watch?v=pdZi84F-Fsk&feature=related

    Maganona:  http://www.youtube.com/watch?v=74356LrCqMg&feature=related

    Cinque Milla: http://www.youtube.com/watch?v=zidcpa6AFuc&NR=1

    Love Boy: http://www.youtube.com/watch?v=L-1BUmbdC9A&feature=related

     

    Yemenity

  • Grenzgängertum

    bez"h

    ...um 2 Uhr morgens.
    Grenzgehen, grenzwandeln.
    Ich balanciere momentan auf einem unscheinbar langen Seil aus geflochtener Zeit , das immer kürzer und dünner wird. Das Phänomen der Ferien neigt sich seinem natürlichen und willkommenen Ende zu. Noch einige Stunden darf ich balancieren - und dann stürze ich mich freiwillig in den Abgrund der vergessenen Routine von Schule und Uni und Alltagsleben einer Jugendlichen.
    Wer kann sich noch daran erinnern, wie es vor den Ferien aussah?
    Vor den Ferien ist nach den Ferien. Aber zum Glueck auch um einige Erfahrungen reicher...
    Was sagte ich also...?
    Ich übe das Grenzgängertum aus, um 2 Uhr morgens, auf einem unscheinbar langen Seil aus geflochtener Zeit, das immer kürzer und dünner wird und sich auflöst, einige Stunden vor Schulbeginn.
    Interessante Zeit, ehrlich, wertvolle Momente gleiten durch meine Finger! Könnte man doch mit der Lupe dieses "Seil" bestaunen...

    ... dann mach ich mal weiter. Mit Musik, mit Tanz, mit den Kreativitätsperlen. Mit der Grenzwandelei.
    Schlafen heißt, verpassen.

    Yemenity

  • Wir sind Wir - Lied + Gedanken

    bez"h

    Das Lied "Wir sind Wir" von Paul van Dyk/Heppner habe ich mir schon lange heruntergeladen, nachdem ich es wiedergefunden hatte, eines Tages...  ein realistisches, sehr deutsches Lied mit einem ebenso ergreifend-nüchternem Video und Text und fiel mir damals, vor etlichen Jahren auf in der Menge des Mainstreams auf VIVA oder MTV.
    Einige Jahre später hatte ich dann dieses Lied hier, vor mir, und auch wieder in den Ohren und es rührte mich erneut.
    Was kann man zu diesem Lied machen, dachte ich mir, irgendwie inspiriert es und macht nachdenklich und darauf muss doch etwas folgen.
    Nicht viel ist gefolgt.
    Nur eine Idee, die mir erst jetzt eingefallen ist oder auch schon frueher, nur erinnere ich mich nicht mehr.
    Also:
    Der Text wird jetzt diesem Eintrag folgen, und was mir eingefallen ist, ist genial in seiner Einfachheit.
    Deutsche und jüdische Geschichte, beide berühren mich zwangs meiner Identität, findet sich auf erstaunend treffgenaue Weise in diesem Lied wieder, das sicherlich nicht dazu gedacht war, alles mögliche wiederzuspiegeln.
    Aber wie es eben bei guten Kompositionen so ist, erlauben sie sich, die Vielfältigkeit der Welt immer irgendwo in sich zu hüten.
    Wer die jüdische/israelische Geschichte kennt, wird mir zustimmen.
    Und wer nicht, kann sich ja mal dafür interessieren, warum ich hier namenlose Parallelen finde.

    Und hier folgt der Text. Das Lied kann man sicherlich au Youtube.com anhören.

    Paul van Dyk
    Wir Sind Wir (feat. Heppner)

    Tag um Tag, Jahr um Jahr,
    Wenn ich durch diese Straßen geh',
    Seh ich wie die Ruinen dieser Stadt
    Wieder zu Häusern auferstehen.

    Doch bleiben viele Fenster leer,
    Für viele gab es keine Wiederkehr.
    Und über das, was grad noch war,
    Spricht man heute lieber gar nicht mehr.

    Doch ich frag, ich frag mich wer wir sind.

    Wir sind wir! Wir stehen hier!
    Aufgeteilt, besiegt und doch,
    Schließlich leben wir ja noch.

    Wir sind wir! Wir stehen hier!
    Das kanns noch nicht gewesen sein.
    Keine Zeit zum Traurigsein.
    Wir sind wir! Wir stehn' hier!
    Wir sind wir!

    Auferstanden aus Ruinen dachten wir,
    Wir hätten einen Traum vollbracht.
    40 Jahre zogen wir an einem Strang.
    Aus Asche haben wir Gold gemacht.

    Jetzt ist mal wieder alles anders
    Und was vorher war, ist heute nichts mehr wert.
    Jetzt können wir haben was wir wollen,
    Aber wollten wir nicht eigentlich viel mehr?

    Und ich frag, ich frag mich wo wir stehen.

    Wir sind wir! Wir stehen hier!
    Wieder Eins in einem Land,
    Superreich und abgebrannt.

    Wir sind wir! Wir stehen hier!
    So schnell kriegt man uns nicht klein,
    Keine Zeit zum bitter sein.
    Wir sind wir! Wir stehn' hier!
    Wir sind wir!

    Wir sind Wir!
    Aufgeteilt, besiegt und doch,
    Schließlich gibt es uns ja immer noch.

    Wir sind wir!
    Und wir werden's überstehen,
    Denn das Leben muss ja weitergehen.

    Wir sind wir!
    Das ist doch nur ein schlechter Lauf.
    So schnell geben wir doch jetzt nicht auf.

  • Geht es zu Ende?...Das Leben ist schön.

    b"h

    ...oder doch eher nur in eine Sommerpause hinein?

    Mein armer Blog, ehrlich. Und die lieben Freunde hier auf der Seite.
    ich bin gluecklich, wieviele ich doch noch habe, trotz meiner Abwesenheit. Offenbar hat sich bei mir das Blogfieber abgekühlt, obschon ich noch neulich neue Projekte fuer diese Seite geplant habe.
    Viel reden, nichts tun, eine Krankheit - oder Sucht!

    Auf jeden Fall enttäuschend.
    Es ist ja nicht so, als würde nichts in meinem Leben passieren!

    Vor ein paar Tagen aus einem Jugendlager in Italien zurückgekehrt, habe dort hart gearbeitet und sogar eine Verletzung heimgebracht, zusammen mit viel neuer Musik, neuen Freunden, neuen Gedanken und Träumen...
    Habe ein geniales Jobangebot für die Zukunft und trotzdem immer noch nur 24 Stunden am Tag pro Tag Zeit....
    Schlafe wieder die ganze Nacht nicht, weil ich Arbeitsblätter für Hebräisch-Lehrstunden vorbereite...

    ...nein, langweilig ist mir nicht.

    Aber Blogzeit habe ich keine.Und oftmals, bei einem vollen Posteingang, Hauspflichten, Uni und 3 Stunden Schlaf, auch keine Lust....Fakt, keine Beschwerde.

    Das sind meine Ferien.

    Aber das Leben ist schön.

    Yalla Gatteo Gatteo a Mare Yalla Gatteo!!

    Unser Schlachtruf.

    Oder auch...

    EY BAP BIDDYBAMBOOM
    I'm gonna get back to my job...

    Yem.

  • Liebe ist nicht die letzte Tür (Zwischen den Stücken)

    bez"h

     

    Liebe ist nicht die letzte Tür im unendlichen Gang des Lebens. Meine Philosophie ist - Liebe ist eine Bedingung in einer Partnerschaft, eine der Voraussetzungen fuer ein anstaendiges, wertvolles Leben. Kein Lebensziel. Sie laesst sich treffen und geniessen auf dem Weg zum Ziel, zur Erfuellung deiner Mission als Mensch, welcher auch immer.
    Wenn der Weg zum Ziel wird und du deinen Weg verlierst, dich verläufst, stecken bleibst, nicht mehr weiter weisst, jemand anderen auf diesen Weg lässt, dann wird dein Lebensziel schwanken, deine gesamte innere Basis. Verzweifeltest du auf deinem Weg, verzweifelst du an deinem Ziel, an deinem Leben. Bei schwierigen, langen, verworrenen Wegen wird das Leben nur zusaetzlich erschwert, wenn es an den Weg wie an sich selbst gebunden ist. Mit dem Weg als Ziel kommst du entweder nicht weit - denn wer weiss, wieviel Kraft du zum gehen aufbringen wirst! - oder viel zu weit und in die falsche Richtung.

    Das ist das, was hier im Westen nur zu oft passiert. Zu viele verlieren ihren Lebenssinn - sie finden das Glas, füllen es aber nicht mit etwas Richtigem, oder wollen es nicht füllen, oder wissen nicht womit. Andere haben ein Getränk anzubieten und wissen nicht, wohin es auszugießen - jede Nische und Bucht ist ihnen dafür wert. Nur weil der Weg vom Üblichen, Geplanten abweicht. Nur weil er sich nicht gerade zu bahnen in der Lage ist.

    Liebe ist nicht die letzte Tür im unendlichen Gang des Lebens.

    ***

    Und ich stehe zwischen den Stücken. Wo gehe ich hin und mit wem? Was und wieviel bin ich wert? Und wie oft fällt einem etwas vom Himmel in die Hände hinein?
    Fragen, an denen ganze Menschenleben hängen.
    Meins, zum Beispiel.
    Das meines Freundes.

    Kann die Tatsache, dass  zwei Menschen viel miteinander gemeinsam haben, gegen sie sprechen?
    Ich spüre, als könnte ich mit G-ttes Hilfe alles erreichen, was ich wirklich will und danach den Mut habe, zu greifen.
    Es ist ein wunderbares Geschenk, das ich wohl in den Augen G-ttes verdient haben mag, in den meinigen sicherlich nicht.
    Aber soll ich es dieses Mal nutzen oder soll gerade eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens ohne meine wundersame Fähigkeit entschieden werden?
    Und darf und soll ich deshalb ein schlechtes Gewissen haben?

    Wie lange kann man warten?

    Wie lange soll  man warten?
    Wofür soll man warten?
    ...soll man warten?

    Und ich stehe zwischen den Stücken, sitze zwischen den Stühlen, wende mich hierhin und dorthin, winde mich, um ja nicht über die Kante zu kippen, auf der ich stehe, in die eine oder andere Richtung. Ist es verwerflich, Menschen aufzugeben oder sollte jeder zunächst sich selbst lieben und dann den anderen, nach seinem Maß, der auf ihn selbst abgestimmt ist (->Liebe deinen Nächsten wie dich selbst)?
    Mit ihm zusammen  - dann ist er der Mensch, von dem ich in meinen besten Träumen geträumt habe. Alles schaffen wir, wier werden uns vervollkommnen, solch ein Geschenk vom Himmel verprasselt man nicht.
    Ohne ihn, allein, beraten oder nicht beraten, Gedanken die ganze Zeit, , was wenn nicht, was wenn doch, Angst, Widerspruch, Widerstand - und dann eine SMS voller Zweifel, Reue oderf Furcht.

    Und er genauso wie ich. Ganz genau so. Ist das Gleiche neben Gleichem gefährlich oder einfach nicht ladungsfähig?

    Und ich - zwischen den Stücken, voller Widerstand gegen alles, was mich bindet, voller Mitleid mit einem Bund, der noch nicht geschlossen wurde. Die nächste Tür wird schon geöffnet, bevor diese berührt wurde, um sie zu schliessen.


    >>O wäre er mir doch ein Bruder, der die Brust meiner Mutter gesogen! Fände ich ihn draußen, könnte ich ihn küssen, und man dürfte mich dennoch nicht verachten. Ich würde ihn führen, ihn hineinbringen ins Haus meiner Mutter, die mich unterrichtete. Ich würde ihm vom Würzwein zu trinken geben, vom Most meiner Granatäpfel. Seine Linke [läge] unter meinem Kopf, und seine Rechte umfaßte mich.  Ich beschwöre euch, Kinder Jerusalems: Was wollt ihr wecken, was aufstören die Liebe, bevor es ihr  gefällt?<<

    (nach dem Hohelied Salomos)

    Yemenity

  • Worte schöner denn diese...

    bez"h

    ...und noch schönere Taten...
    G-tt, du weißt, wieviel mir jede Mizva, wie dein Volk tut, an mein zerrissenes Gewissen und meine Angst zurueckgeben! Wisst ihr, ihr habt uns abgeschrieben, sie haben uns abgeschrieben... und wir selbst, ich glaube daran, dass wir uns selbst nicht abschreiben. Ich bin nicht "stolz", aber dankbar.

     

    Jerusalem Post -  Bewohner des Süden Israels starten Gaza-Hilfskampagne


    Yemenity

  • Presse-Erklärung (israel - palästina - seele - leben - mensch)

    bez"h

    Als Folge von wochenlangem Kochen in meinen geistigen und körperlichen Organen und weil meine Meinung sich mindestens zweimal pro Woche aendert, erlaube ich mir hiermit als eine Art "Presseerklärung" meiner Seele das Folgende:

    Es ist, oder es war, oder es wird noch andauern, ein giftiger, dummer, gewinnloser Krieg. Giftig, schon vergiftet, um genau zu sein. Dumm, bevor er angefangen hat und wie er geführt wird und dass er mal weitergeht, mal aufhört. Ohne Gewinne und Gewinner.

    Zwei Menschen stehen am Abgrund und beschuldigen sich gegenseitig, dass das Gegenüber nicht als erstes hinunterspringt.

    Mehr werde ich nicht preisgeben von mir.
    Menschen streben danach, zu wachsen und weise zu werden.
    Ich wachse noch.
    Wie sollte ich weise werden, wenn ich jede Weisheit aus mir herausredete?
    "Der Zaun um die Weisheit ist das Schweigen."

    Yemenity.

  • Ur-Instinkt?

    bez"h

    Der "Krieg im grünen Blog" geht weiter in seine nächsten Phasen, der Krieg im Gaza-Streifen auch.

    Und mir ist zu guter Letzt dank einigen differenzierten Betrachtungsweisen etwas eingefallen, was meine Meinung zu Israel und den Israelis vielleicht noch geschliffener repräsentieren könnte:

    ich denke, wir sollten einsehen, dass jeder dort unten, auch wenn seine eigene Bevölkerungsgruppe, ob nun Israelis oder Palästinenser, unwiederherstellbaren Mist begangen hat, zu seinem Volk weiterhin stehen will, wird und soll. Auch wenn ich am liebsten mit einem Galgen im Rucksack zu denen laufen wuerde, die den Einsatz von Phosphor oder Bombardierung des einen oder anderen unnötigen Hauses in Gaza angeordnet haben - angeordnet, nicht getan! Auch in anderen Kriegen wurden nicht die Wehrmachtssoldaten oder die GIs gerichtet, sondern die Bosse.
    Trotzdem werde ich keinen Selbsthass oder Selbstvernichtung üben oder gar individuellen Selbstmord . Ich bin auf der Welt, um Produktives beizutragen, und daher nützt es meinem Volk mehr, wenn ich mich fuer sein würdevolle(re)s Dasein einsetze, anstatt in Selbstmitleid über das böse israelische Militär zu versinken.
    Ebenso wie ein Palästinenser sein Volk nicht nach einem Bombenattentat der Hama-s oder Raketenschuessen oder Flugzeugentführungen aufgeben wird, auch wenn er sich gegen solche Aktionen stellen würde.
    Damit, genau damit müssen wir da unten lernen, klarzukommen.

     Es muss eine Frage der Zeit und des Mutes sein.

    Ich kann mich mit der Festellung identifizieren. Andere hoffentlich auch.
    Fuer wie lange, fragt sich?
    (Aus Interesse)

    Yemenity

  • Gaza - keine Absegnung, keine Beihilfe gebraucht

    bez"h

    Ich habe die Kriegsbilder  von Gaza gesehen.
    Manche Menschen geben nach  diesen Bildern keinem Israeli mehr die Hand.

    Ich habe viele Kriegsbilder gesehen. Hätte ich die Operation geleitet, haette ich die Kinder vor dem Krieg herausgebracht, denn sie haben noch eine Zukunft vor sich. Haben gehabt. Hätten haben können.

    Was nützt das Reden? Auch wenn man keinem Israeli die Hand gibt, das Volk existiert weiter, das israelische sowie das jüdische. Viele Soldaten, die nach dem Krieg heimkehren werden, werden nicht mehr ruhig schlafen können. Wir werden, so G-tt entscheidet, weiter existieren und weiter unser Leben aufbauen, uns weiterhin schützen, dafuer sorgen, dass bei uns ein solcher Krieg niemals wird stattfinden können.

    Ich beweine die Kinder, die von denen, welche für sie verantwortlich waren oder sein sollten, nicht geschützt werden konnten.
    Was hat die Hama-s erwartet? Oder die arabische Welt mit ihrem Geschrei und ihrer Apathie? Was dachte sie, was haette anderes passieren koennen, sollen?
    War es ihr egal?
    Offenbar.
    Die Kinder hätte ich herausgenommen.
    Die, die sich verantwortungslos auf diesen Krieg, der nicht anders zu erwarten war, eingelassen haben udn ein ganzes Volk mit hineingezogen haben, diese gehören gebombt und gebombt und nochmals gebombt, aber dann nicht mehr von uns, weil wir nicht die Richterrolle, sondern die Schutzrolle fuer die Eigenen zu übernehmen haben.

    Arme Kinder. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber die Welt ist nicht angekommen an dem Freiheits- und Friedensideal, dass sich manche in anderen Ländern, so wie hier in diesem Blog, gerne vorstellen. Und das liegt bei weitem nicht nur an uns, Israelis, Juden.

    Ich bin eine von ihnen.

    Es ist ein langer Konflikt, zwischen den Palaestinensern, zwischen uns. Nicht zwischen dem Rest der Welt, der jetzt zuschaut und über uns richtet. Euch braucht er nicht anzugehen. Die Palästinenser kann ich verstehen, euch brauche ich nicht zu verstehen. Hilfe konntet ihr keine großartig leisten, bis heute. Das sieht man an den Ergebnissen, Tag fuer Tag, Jahr fuer Jahr. Fremde Mitwirkung facht nur weiter das Feuer an.

    Man - ihr, die ihr euch ungefragt einmischt -  diese alle sollen uns endlich in Ruhe lassen. Was da unten passiert, ist ein Überlebenskampf in seiner schärfsten Form, auch wenn es gerade nicht danach aussieht, als würden alle Parteien zwingend um das nackte Überleben kämpfen. Ich bin kein Stratege der IDF, aber meines Wissens führen wir Kriege, damit man nicht am Ende mit uns dasselbe macht. Es war eine Offensive, aber eine zu lange erwartete, denn wer lange lange Salz in den Rachen streut, muss erwarten können, dass man irgendwann zu trinken brauchen wird.

    Wir werden nach dem Krieg eine Menge Ruhe brauchen. Mehr hilft da auch nicht mehr.

    yemenity

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